Im Vergleich: Feuerbestattung und Erdbestattung
Eine der ersten Fragen, die Hinterbliebene bei einem Sterbefall beantworten müssen, ist: Soll es eine Erd- oder Feuerbestattung werden? Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, haben wir Ihnen die Unterschiede zusammengetragen.
So können Sie beide Bestattungsarten direkt miteinander vergleichen und für sich entscheiden, welche besser passt. Falls Sie Fragen haben, kontaktieren Sie uns.

Was ist eine Erdbestattung?
Bei einer Erdbestattung wird die verstorbene Person in einen Sarg gebettet und in diesem beigesetzt. Die Beisetzung im Sarg ist in Deutschland ausschließlich auf einem Friedhof möglich.
Im Vergleich zu einer Feuerbestattung muss der oder die Verstorbene bei einer Erdbestattung innerhalb einer relativ engen Frist beigesetzt werden. Die Fristen sind in den Bundesländern unterschiedlich geregelt und liegen zwischen maximal acht und 14 Tagen; in Hessen muss die Beisetzung innerhalb von zehn Tagen geschehen. Sollten keine wichtigen Gründe dagegensprechen, kann die Frist allerdings auf Antrag verlängert werden.
Während die Maximal-Fristen nicht einheitlich geregelt sind, dürfen bundesweit Bestattungen frühestens 48 Stunden nach dem Tod stattfinden. So soll ein Scheintod ausgeschlossen werden. Außerdem gibt es so ausreichend Zeit für eine eventuelle Obduktion oder Spurensicherung durch die Polizei.
Erdbestattung: Welche Grabstätten stehen zur Auswahl?
Reihen- oder ein Wahlgrab – das sind die zwei Möglichkeiten, zwischen denen man sich bei einer Erdbestattung entscheiden kann.
Bei einem Reihengrab wird die nächste freie Grabstätte zugeteilt. Wichtig zu wissen: Ein Reihengrab ist nur für jeweils einen Verstorbenen gedacht. Zudem ist es nach Ablauf der Mindest-Ruhefrist nicht verlängerbar.
Bei einem Wahlgrab können die Hinterblieben hingegen die Lage und Größe der Grabstätte selbst aussuchen. So können in einem Wahlgrab auch mehrere Verstorbene beigesetzt werden. Zudem kann man am Ende der Mindest-Ruhefrist die Grabstätte verlängern. Sollten Sie ein Familiengrab wünschen, sollten Sie sich daher für ein Wahlgrab entscheiden.
Die Mindest-Ruhefrist der Verstobenen unterscheidet sich von Gemeinde zu Gemeinde etwas. Sie liegt bei Erdbestattungen jedoch meist zwischen 20 und 30 Jahren. Innerhalb dieser Zeit zersetzen sich der Sarg sowie der Körper des Verstorbenen.

Was ist eine Feuerbestattung?
Bei einer Feuerbestattung wird der Sarg mit dem verstorbenen Menschen im Krematorium eingeäschert. Die Asche wird anschließend in einer Aschekapsel in eine Urne gefüllt und in dieser dann beigesetzt.
Zwischen Tod und Einäschern müssen mindestens 48 Stunden liegen. Bevor der oder die Verstorbene verbrannt werden darf, muss zudem in einer zweiten Leichenschau der Körper noch einmal genau untersucht werden. So soll ein Scheintod ausgeschlossen und verhindert werden, dass eventuelle Hinweise auf eine unnatürliche Todesursache unentdeckt bleiben.
Im Vergleich zu einer Erdbestattung sind die Bestattungsfristen bei einer Feuerbestattung viel weiter gefasst. In Hessen haben Sie zum Beispiel bis zu neun Wochen Zeit, die Urne beizusetzen. In anderen Bundesländern können die Fristen drei Monate und länger sein.
Feuerbestattung: Wo kann die Urne überall beigesetzt werden?
Bei einer Feuerbestattung können Sie zwischen mehr Grabmöglichkeiten wählen als bei einer Erdbestattung. Während eine Erdbestattung zwingend auf einem Friedhof stattfinden muss, kann die Urne mit der Asche sowohl auf einem Friedhof als auch in einem Bestattungswald beigesetzt werden. Eine Seebestattung ist ebenfalls möglich.
Wenn die Urne auf einem Friedhof beigesetzt werden soll, so haben Sie die Wahl zwischen einer anonymen Beisetzung, einer Besetzung nur mit Namensplatte, einem Reihenurnengrab oder einem Wahlurnengrab. Auf einigen Friedhöfen gibt es zudem auch Kolumbarien, Urnenwände.
Bei einem Reihenurnengrab wird die Urne in der Grabstätte beigesetzt, die als nächstes freigegeben wird. Bei einem Wahlurnengrab können Sie hingegen den Ort und Größe des Grabes selbst bestimmen.
Die Ruhefrist für Urnen beträgt auf den meisten Friedhöfen 20 Jahre. Bei einem Reihenurnengrab kann diese Frist nicht verlängert werden, bei einem Wahlgrab ist dies möglich.
Wichtig allerdings: Auch für Urnen gilt in Deutschland eine Bestattungspflicht. Das heißt, Sie können die Urne nicht einfach nach Hause nehmen und dort aufbewahren.

Im Vergleich: Was sind die Vor- und Nachtteile einer Erdbestattung?
Eine Erdbestattung macht den Abschied von einem geliebten Menschen greifbarer. Im Vergleich dazu ist der Abschied an einer Urner abstrakter. Die Vorstellung, dass der Mensch, den wir geliebt haben, nun nur noch Asche ist und in eine kleine Urne passt, ist für viele Menschen oft schmerzlicher als der Abschied am Sarg.
Der Nachteil einer Erdbestattung: Sie ist meist um einiges teurer als eine Feuerbestattung. Denn es braucht eine größere Grabstätte; entsprechend höher sind die Friedhofs- und Beisetzungsgebühren. Erdgräber benötigen außerdem größere Grabsteine als Urnengräber. Diese Kosten sind nicht zu unterschätzen.
Zudem ist die Grabpflege eines Erdgrabes aufwändiger als die eines Urnengrabes. Der Grund ist einfach: Das Grab ist größer. Über die Zeit summieren sich die Mehrkosten für Blumenbepflanzung beziehungsweise für einen Gärtner, wenn man das Grab nicht selbst pflegen kann oder will.
Im Vergleich: Was sind die Vor- und Nachteile einer Feuerbestattung?
Ein Vorteil einer Feuerbestattung: Sie ist im Vergleich meist günstiger als eine Erdbestattung; trotz der Kosten für das Krematorium, die bei einer Feuerbestattung hinzukommen.
Ein Grund, warum Feuerbestattungen insgesamt weniger kosten als Erdbestattungen: Urnengräber sind generell kleiner. Zudem lässt sich eine Urne auch nur in einem Rasengrab mit Namensplakete oder gar anonym bestatten. Entsprechend günstiger sind jeweils die Beisetzungs- und Friedhofsgebühren. Auch die Grabpflege ist entsprechend weniger aufwändig beziehungsweise nicht nötig.
Bei einer Feuerbestattung haben Sie zudem mehr Zeit, um die Trauerfeier und Beisetzung zu planen. Denn Urnenbestattungen können – je nach Bundesland – auch erst drei bis sechs Monate nach dem Tod stattfinden.
Ein Nachteil der Feuerbestattung im Vergleich zur Erdbestattung: Es ist für viele Hinterbliebenen schwerer ihren geliebten Menschen verbrannt zu wissen. Denn der Körper ist unwiderruflich zerstört – und was übrigbleibt, passt in eine kleine Urne.

Welche Bestattungsart ist für uns die passende?
Welche Bestattungsart für Sie und Ihren geliebten Menschen besser passt, können nur Sie und Ihre Familie entscheiden. Die Wahl zwischen einer Erd- oder Feuerbestattung hängt von persönlichen Wünschen, aber natürlich auch praktischen und finanziellen Überlegungen ab. Daher haben wir Ihnen den Erdbestattung und Feuerbestattung im direkten Vergleich aufgeführt.
Wenn Sie eine günstigere Bestattung und einfachere Grabpflege wünschen, so passt eine Feuerbestattung besser. Ebenso wenn der oder die Verstorbene in einem Bestattungswald zur Ruhe gebettet werden möchte oder eine Seebestattung wünscht. Dann muss der Verstorbene zuvor auf jeden Fall kremiert werden.
Religiöse Überzeugungen können bei der Entscheidung ebenfalls eine Rolle spielen. Lange Zeit war die Erdbestattung im Christentum die einzige von der Kirche abgesegnete Form. Heute hat sich dies gewandelt und auch Feuerbestattungen sind akzeptiert. Im Islam und im Judentum hingegen bleibt die Erdbestattung weiterhin die einzige religiös akzeptierte Bestattungsform.
Wir empfehlen: Sprechen Sie zu Lebzeiten mit Ihren Angehörigen. Teilen sie diesen mit, welche Bestattungsart Sie für sich wünschen – und erfragen Sie, welche Bestattungsart Ihre Verwandten für sich wünschen. Halten Sie die Wünsche am besten schriftlich fest.
Sie haben einen aktuellen Sterbefall und müssen sich zwischen Erd- oder Feuerbestattung entscheiden? Kontaktieren Sie uns. Wir besprechen mit Ihnen persönlich, was in Ihrer Situation am besten passt.